Antworten auf die Fragen, die uns bei den Beiträgen am häufigsten begegnen. Die ausführliche Begründung samt Quellen steht im jeweiligen Beitrag.
Streichen oder dämmen
Muss ich beim Streichen der Fassade automatisch dämmen?
Nach unserer Lesart nicht: § 36 knüpft an die Erneuerung, den Ersatz oder den Einbau von Außenbauteilen an. Ein Neuanstrich auf tragfähigem Putz gehört nicht zu den dort genannten Maßnahmen. Wird dagegen der Putz erneuert oder eine Bekleidung angebracht, können die Anforderungen greifen.
Was ändert sich durch die Umbenennung in GModG?
Für Hausbesitzer zunächst nur der Name. Wichtig ist, dass Paragrafenverweise älterer Texte nicht mehr passen: Die Anforderungen bei Änderung stehen jetzt in § 36, nicht mehr in § 48.
Kann ich Anstrich und Dämmung getrennt planen?
Ja, aber ein Anstrich auf einer Fassade, die in wenigen Jahren ohnehin gedämmt wird, ist verlorenes Geld. Wenn eine Dämmung absehbar ist, lohnt es sich, das Gerüst nur einmal aufzustellen.
Wer prüft, ob meine Maßnahme förderfähig ist?
Beim BAFA ist ein Energieeffizienz-Experte Teil des Verfahrens. Er kennt die technischen Mindestanforderungen und die Antragsfristen und sollte vor der Beauftragung einer Firma einbezogen werden.
Farbtypen und Datenblatt
Welche Fassadenfarbe ist am besten?
Die eine beste Fassadenfarbe gibt es nicht. Entscheidend sind Untergrund, Lage des Hauses und die gewünschte Kombination aus Diffusionsfähigkeit und Wasserabweisung; ein Datenblatt mit den Klassen nach DIN EN 1062-1 hilft beim Vergleich.
Was bedeutet W3 im Datenblatt?
W3 steht für niedrige Wasserdurchlässigkeit. Eine Fassade mit W3-Anstrich nimmt wenig Regenwasser auf. Das ist erwünscht, sofern die Dampfdurchlässigkeit (V-Klasse) gleichzeitig hoch genug bleibt.
Ist Silikonharzfarbe besser als Acrylfarbe?
Beide haben ihre Berechtigung. Silikonharzfarben punkten bei der Kombination aus Wasserabweisung und Diffusionsfähigkeit, Acrylfarben bei Farbtonstabilität und Elastizität. Welche besser passt, entscheiden Untergrund und Rissbild.
Brauche ich eine Fassadenfarbe mit Algenschutz?
Nicht pauschal. Das Umweltbundesamt sieht keine Notwendigkeit, Fassadenoberflächen grundsätzlich mit Bioziden auszustatten. Auf verschatteten, feuchten Seiten kann ein Schutz sinnvoll sein; dann lohnt die Rückfrage beim Hersteller.
Algen und Schimmel
Ist der grüne Belag schädlich für den Putz?
Das UBA-Merkblatt nennt keinen bekannten Verlust der bauphysikalischen Funktion durch Algen und Pilze, sondern vor allem eine optische Beeinträchtigung. Sorgen Sie trotzdem dafür, dass die Ursache dauernder Feuchte behoben wird, denn sie belastet auch den Putz.
Muss ich bei Befall immer ein Algizid verwenden?
Nein. Das UBA empfiehlt für die Renovierung mechanische und physikalische Methoden wie Abwaschen und Abbürsten und nennt Biozide nur als Ergänzung, falls das im Einzelfall nicht ausreicht.
Warum bewächst die Nordseite stärker?
Nord- und Westseiten sind nach der UBA-Tabelle gefährdeter, weil sie weniger Sonne bekommen und Feuchte langsamer abtrocknet. Besonders kritisch sind Schattenlagen, Bäume in Fassadennähe und fehlende Dachüberstände.
Hilft eine Dämmbeschichtung gegen Algen?
Das ist nicht belegt. Eine geringere Wärmeabstrahlung könnte nach physikalischer Überlegung das nächtliche Auskühlen mindern, ein Nachweis für den Algenbefall an Fassaden liegt uns aber nicht vor. Wer es ausprobieren will, sollte es zunächst an einer Probefläche prüfen und die Ursachen der Feuchte parallel beheben.