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Glossar der Fachbegriffe

Die wichtigsten Fachbegriffe aus den Beiträgen, kurz und ohne Produktwerbung erklärt. Maßgeblich sind jeweils die genannten Primärquellen.

Acrylat / Dispersionsfarbe
Fassadenfarbe auf Kunststoffbasis, die physikalisch trocknet. Kreidungsstabil und farbtonbeständig, dafür geringere Dampfdurchlässigkeit als mineralische Farben.
Bauteilgruppe
Zusammenfassung gleichartiger Bauteile eines Gebäudes, etwa alle Außenwände. Für die Zehn-Prozent-Regel in § 36 zählt die Fläche der jeweiligen Gruppe.
Bedenkenanmeldung (§ 4 Nr. 3 VOB/B)
Schriftlicher Hinweis eines Fachbetriebs an den Auftraggeber, wenn er Bedenken gegen Untergrund, Ausführung oder Umstände hat, die einen Befall möglich erscheinen lassen.
Biozid / Filmschutz / Algizid
Wirkstoffe in Farben und Putzen gegen Algen- und Pilzbefall. Ihre Wirkung ist zeitlich begrenzt, weil sie mit dem Regen ausgewaschen werden. Verkapselte und unverkapselte Wirkstoffe lassen sich von außen nicht unterscheiden.
Blauer Engel (RAL-UZ 140)
Umweltzeichen, das das Umweltbundesamt für Wärmedämm-Verbundsysteme nennt, die ohne zusätzliche biozide Ausrüstung auskommen.
BAFA-Förderung
Zuschuss für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Ein Energieeffizienz-Experte wird eingebunden; der Antrag wird in der Regel vor der Auftragsvergabe gestellt.
Diffusionsoffen
Eine Beschichtung ist diffusionsoffen, wenn sie Wasserdampf aus der Wand nach außen entweichen lässt. Gemessen wird das über die V-Klasse.
Dispersionssilikat
Silikatfarbe auf Kaliwasserglas-Basis mit höchstens 5 % Kunststoffdispersion. Sie verbindet sich über „Verkieselung“ mit mineralischem Untergrund.
DIN EN 1062-1
Norm zur Einteilung von Beschichtungsstoffen für mineralische Untergründe und Beton im Außenbereich, unter anderem nach Schichtdicke, Wasserdampf- und Wasserdurchlässigkeit.
GModG (früher GEG)
Gebäudemodernisierungsgesetz, bis vor Kurzem Gebäudeenergiegesetz. Die Anforderungen bei Änderung bestehender Gebäude stehen in § 36, nicht mehr in § 48.
iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
Schrittweiser Sanierungsplan eines Energieberaters. Laut BAFA-Seite kommt mit iSFP ein Bonus von 5 Prozent auf den Fördersatz für die Gebäudehülle hinzu.
Kreiden
Die Altfarbe gibt beim Darüberwischen mit der Hand Pigmentstaub ab. Ein Hinweis, dass die Beschichtung verwittert ist.
Low-E (geringe Wärmeabstrahlung)
Oberfläche, die wenig Wärme abstrahlt. Das Prinzip, auf das sich Hersteller von Dämmbeschichtungen berufen; unabhängig geprüfte Messwerte zur Wirkung am Haus liegen uns nicht vor.
Probefläche
Kleiner Musteranstrich am eigenen Haus, den manche Hersteller vor der Ausführung verlangen.
Rissüberbrückung
Fähigkeit einer Beschichtung, feine Risse im Putz zu überdecken. Bewegungs- und Setzungsrisse öffnen sich unter jedem Anstrich wieder.
Taupunkt
Temperatur, bei der sich Feuchtigkeit aus der Luft als Tau niederschlägt. Kühlt eine Fassade nachts unter diese Marke aus, schlägt sich Feuchtigkeit auf ihr nieder; das begünstigt Bewuchs.
V-Klasse
Wasserdampfdurchlässigkeit nach DIN EN 1062-1: V1 hoch, V2 mittel, V3 niedrig.
w-Klasse
Wasserdurchlässigkeit nach DIN EN 1062-1. Hier gilt die umgekehrte Lesart: W3 bedeutet niedrige Wasserdurchlässigkeit, die Wand nimmt wenig Regenwasser auf.
WDVS
Wärmedämm-Verbundsystem: Dämmplatten mit Putzschicht auf der Außenwand. Laut Umweltbundesamt ist das Befallsrisiko bei verputzten gedämmten Fassaden höher, weil die Oberfläche schneller auskühlt und langsamer abtrocknet.